1. Pflegepreis für alle Pflegefachpersonen und Hebammen und tröstende Worte von Lauterbach

Herzlichen Glückwunsch an alle Mitarbeitenden aus der Pflege, denn der diesjährige Pflegepreis geht an alle Pflegefachpersonen und Hebammen. Das wurde letzte Woche auf dem Deutschen Pflegetag bekannt gegeben. Christine Vogler vom Deutschen Pflegerat erklärte, dass alle Personen aus der Pflege für die Gesellschaft beispielslos wertvoll seien und auf ihren Beruf stolz sein könnten. Pflegefachpersonen und Hebammen in Deutschland würden durch die gesetzlichen Grundlagen daran gehindert, ihre Kompetenzen auch voll auszuschöpfen. Laut Vogler ist die diesjährige Preisverleihung ein bedeutendes Zeichen und suggeriert die nötige Dankbarkeit und Wertschätzung für alle Gewinner. Auch Gesundheitsminister Karl Lauterbach hielt eine Rede beim Deutschen Pflegetag. Er versprach, dass Pflege ein zentraler Baustein für seine Legislaturperiode sei und Probleme wolle er in Zukunft gemeinsam mit der Pflege angehen. Vogler reagierte darauf recht schlagfertig und sagte, die Pflege bräuchte keine Trostpflaster, sondern mehr Handlungsautonomie.

Quelle: deutscher-pflegerat.de
Quelle: bibliomed-pflege.de

2. Experten fordern mehr Verantwortung für Pflegekräfte

Neben dem Pflegepreis kam es zu weiteren nennenswerten Diskussionen auf dem Deutschen Pflegetag. Mehrere Experten aus Politik und Pflege forderten die schnelle Übertragung von ärztlichen Aufgaben an Pflegekräfte. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels, sehen viele der anwesenden dies als nachhaltige Maßnahme den Pflegeberuf aufzuwerten und damit automatisch Gehaltserhöhungen einzuleiten. Josef Hecken vom Gemeinsamen Bundesausschuss forderte die Regierung auf, jetzt bundesweit vorzugeben, welche Tätigkeiten von Pflegenden übernommen werden könnten. Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe begrüßte die genannten Maßnahmen. Geschäftsführerin Bernadette Klapper forderte außerdem eine Reform der Primärversorgung, wodurch auch dem Mangel an Hausärzt:innen entgegengewirkt werden könnte. In diesem Zuge wurde auch das Konzept Community Health Nursing aufgegriffen. Dieses neue Berufsfeld könnte in Zukunft erheblich zur Primärversorgung beitragen und niederschwellige ärztliche Tätigkeiten wie etwa Krebs-Screening oder die Behandlung von Erkältungen übernehmen.

Quelle:aerzteblatt.de

3. PPR 2.0 - Klinikbeschäftigte appellieren an Lauterbauch 

In einem offenen Brief richten sich Interessenvertretungen von insgesamt 340.000 Klinikbeschäftigten an Gesundheitsminister Lauterbach und Abgeordnete des Bundestages. Hintergründig ist die PPR 2.0 und der neueste Entwurf zum Krankenhauspflege-Entlastungsgesetz. In dem Brief sind fünf Punkte aufgeführt, um das Gesetz nachzubessern. Zum einen soll die PPR 2.0 bundesweit und verbindlich eingeführt werden und auch klar im Gesetz benannt werden. Dasselbe gilt für das Instrument INPULS®, welches auf Intensivstationen genutzt werden soll. Außerdem wird die Abschaffung des Mitspracherechts des Finanzministers bei der Personalbedarfsermittlung gefordert. Die Interessenvertretung weist in einem Schlussstatement eindrücklich auf die schlechten Arbeitsbedingungen hin und schreibt, es brauche endlich Aussicht auf Besserung.

Quelle:gesundheit-sozials-bildung.verdi.de
Quelle: verdi.de

4. Corona Pläne für den Winter

Mit Hinblick auf die bevorstehende Coronawelle im Herbst und Winter hat das Gesundheitsministerium gemeinsam mit betroffenen staatlichen Stellen und Verbänden eine Erklärung veröffentlicht. Darin werden konkrete Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie bestimmt. Laut Gesundheitsminister sollen dadurch Infektionen verhindert werden ohne Pflegekräfte zu überlasten oder Pflegebedürftige auszugrenzen. Unter anderem wird nochmals an alle Beteiligten des Gesundheitswesens appelliert, das flächendeckende Impfangebot wahrzunehmen sowie Hygiene- und Testkonzepte weiter durchzuführen. Beschäftigte in der Altenpflege zum Beispiel müssen sich dreimal pro Woche testen lassen und bereits seit dem 1. Oktober sollte jedes Pflegeheim ein oder mehrere Corona-Beauftragte ernannt haben. Des Weiteren soll Pflegebedürftigen, so gut es geht, sozialer Kontakt weiterhin ermöglicht werden und Infizierte sollen uneingeschränkten Zugang zu antiviralen Medikamenten bekommen. Das Portal BibliomedPflege kritisierte, dass der Deutsche Pflegerat nicht an der Erklärung beteiligt war, obwohl Lauterbach auf dem Deutschen Pflegetag eine engere Zusammenarbeit mit der Pflege zugesichert hatte.

Quelle:bibliomed-pflege.de
Quelle: bundesgesundheitsministerium.de

5. Gesetzliche Grundlagen für Pflege-Digitalisierung gefordert

In unserem Podcast geht es ja häufig darum, was in der Politik so falsch läuft. Deshalb wollen wir hier auch mal ein Lob aussprechen, und zwar an Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach. Dieser hat im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Fehler eingeräumt, wie etwa bei seiner Forderung zur allgemeinen Impfpflicht. Er sagt politische Entscheidungen können auch mal von der Wissenschaft abweichen und das sei gut so.

Quelle: digitalversorgt.de
Quelle: springerpflege.de

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