1. Tarifverhandlungen an Unikliniken – Verdi ruft zum Streiken auf

In Baden-Württemberg hat Verdi letzte Woche für alle nicht ärztlichen Beschäftigten der Universitätskliniken 10,5% mehr Gehalt gefordert, also mindestens 375€ mehr im Monat. Außerdem sollen Verdi-Mitglieder zusätzlich 50€ mehr bekommen, einen weiteren freien Tag sowie eine freie Familienheimfahrt pro Monat für alle Auszubildenen. Dies sei vor allem durch die Inflation und die Belastungen während der Pandemie gerechtfertigt. Die Verhandlungsgespräche sollen am 11. Oktober starten und seit dem 1. Oktober sollten Kliniken mit Streiks rechnen. In Frankfurt am Main haben bereits letzte Woche 400 nicht ärztliche Mitarbeiter des Universitätsklinikums zwei Tage lang gestreikt. Einige Stationen mussten geschlossen werden oder die Bettenzahl reduzieren und es kam zu weiteren Einschränkungen in der Versorgung. Hier verhandelt Verdi bereits seit Wochen mit der Klinikleitung über bessere Arbeitsbedingungen. Ganz konkret fordert Verdi „verbindliche, in einem Tarifvertrag festgelegte Mindestpersonalvorgaben in allen Arbeitsbereichen, verbesserte Ausbildungsbedingungen, mehr Stellen in allen Arbeitsbereichen und Ausgleiche für Arbeit in Überlastungssituationen“.

Quelle: aerzteblatt.de/Verdi-will-mehr-Geld
Quelle: aerzteblatt.de/Weiterer-Warnstreik

2. Statistik zu Angriffen auf Mitarbeitende des Gesundheitssystem

Das Bundesinnenministerium hat auf Anfrage der Linken bekannt gegeben, dass es 2022 bundesweit mindestens 276 politisch motivierte Straftaten gegen Mitarbeitende des Gesundheitssystems gegeben hat. 244 der Angriffe werden vom BKA als „nicht zuzuordnen“ eingestuft. Die Linke kritisiert dies und geht von politisch-rechts motivierten Taten aus der Querdenker Szene aus. Martina Renner, Sprecherin der Linksfraktion, macht darauf aufmerksam, dass Angehörige des Gesundheitswesens zunehmend Ziele von Corona-Leugnern seien. Die Politik habe versäumt die nötigen Sicherheitsmaßnahmen zu treffen und Schutzkonzepte zu entwickeln. Angriffe dieser Art werden tatsächlich erst seit dem 1.1. dieses Jahrs unter der Kategorie „Angriffsziel Gesundheitswesen“ erfasst.

Quelle:aerzteblatt.de

3. DKG wünscht konkreten Inflationsausgleich für Krankenhäuser

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft, kurz DKG, hat im Rahmen der anstehenden Ministerpräsidentenkonferenz eine Stellungnahme abgegeben. Unter Kritik steht der Beschlussentwurf aus dem Bundeskanzleramt in welchem es auch um mögliche Inflationsausgleiche geht. Zwar wurde den Krankenhäusern zuvor konkrete Hilfe zugesagt, doch in dem Beschlussentwurf blieben sie unerwähnt. Vorstandsvorsitzender Dr. Gerald Gaß sagte, die DKG habe den Eindruck man wolle Krankenhäuser mit anderen Unternehmen über einen Kamm scheren. Dies sei aber unmöglich, da Unternehmen durch zum Beispiel Preisanhebungen einen Teil der Kostensteigerungen ausgleichen könnten. Für Krankenhäuser ist das nicht machbar. Daher muss, laut DKG, mehr auf die spezifischen Schwierigkeiten der Krankenhäuser eingegangen werden. Diese sind, wie alle anderen, von steigenden Gas- und Energiepreisen betroffen, aber zusätzlich auch von zum Beispiel teureren Medizinprodukten und Dienstleistungen externer Zulieferer. Für die DKG ist es unvorstellbar, dass ein allgemeines Entlastungspacket die Zusatzkosten der Krankenhäuser decken kann.

Quelle:dkgev.de

4. Kritik an Maskenpflicht für Pflegeheim-Bewohner:innen

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen, kurz BAGSO, hat Kritik am neuen Infektionsschutzgesetz geäußert. Darin heißt es, dass Bewohner:innen von Pflegeheimen ab Oktober in Gemeinschaftsräumen eine FFP2-Maske tragen müssen. Nur auf dem eigenen Zimmer kann diese abgenommen werden. Laut der BAGSO sei dies eine Maßnahme, die die Lebensqualität der Bewohner:innen massiv beschneide, und gleichzeitig ein schwerwiegender Eingriff in die Grundrechte. Die Maskenpflicht schränke die Bewohner:innen in ihren Bedürfnissen nach sozialen Kontakten und Nähe ein und vor allem Menschen mit Demenz betreffe dies, da sie auf die Mimik ihres Gegenübers angewiesen sind. Zusätzlich sind auch die Testmöglichkeiten für Besucher:innen rückläufig, wodurch den Pflegebedürftigen zusätzlich soziale Isolation droht. Da fast alle Bewohner:innen von Pflegeeinrichtungen mindestens viermal geimpft sind, macht die Maskenpflicht laut BAGSO hier keinen Sinn. Die Vorsitzende Regina Görner fordert die Politik auf, die Maskenpflicht umgehend aufzuheben.

Quelle:springerpflege.de

5. Lauterbach gibt sich kritikfähig

In unserem Podcast geht es ja häufig darum, was in der Politik so falsch läuft. Deshalb wollen wir hier auch mal ein Lob aussprechen, und zwar an Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach. Dieser hat im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Fehler eingeräumt, wie etwa bei seiner Forderung zur allgemeinen Impfpflicht. Er sagt politische Entscheidungen können auch mal von der Wissenschaft abweichen und das sei gut so.

Quelle: aerzteblatt.de

Mehr von passierte Kost finden Sie hier www.passiertekost-podcast.de und überall, wo man Podcasts hören kann!