1. Kritik an verschärften Nachweisregeln bei der einrichtungsbezogenen Impfflicht

Am 1. Oktober ändern sich die Bestimmungen, ab wann eine Person als vollständig gegen Corona geimpft gilt. Eine dritte Impfung oder zwei Impfungen plus Genesung sind dann die neuen Voraussetzungen, um im Gesundheitswesen arbeiten zu dürfen. Infolgedessen sollen alle Kliniken, Heime und Pflegedienste überprüfen, ob die Mitarbeitenden den Corona Booster, also die dritte Impfung, erhalten haben. Keine gute Idee, finden die Deutsche Krankenhausgesellschaft, kurz DKG, und der Bundesverband privater Anbieter, kurz bpa. Die Verbände führen explizite Argument gegen dieses Vorhaben auf. Die Überprüfung sei ein riesiger bürokratischer Aufwand und besagte Einrichtungen könnten gerade jetzt nicht auf noch mehr Personal verzichten. Außerdem läuft die Impfflicht bis zum Ende des Jahres komplett aus, also warum jetzt einen Aufwand betreiben, finden DKG und bpa. Sie fordern die Bundesländer auf, einer Initiative aus Bayern zu folgen. Dort hatte Gesundheitsminister Holetschek am Samstag verkündet, dass Fachkräfte keinen Booster Nachweis erbringen müssen. Nur Personen, welche ab dem 1. Oktober neu eingestellt werden, müssen dies tun. Es bleibt also spannend, wie sich die anderen Bundesländer diesbezüglich in Zukunft verhalten werden. 

Quelle: bibliomed-pflege.de
Quelle:pflege-online.de

2. Personalbemessung in der Pflege künftig in Absprache mit Bundesfinanzministerium

Laut einem neuen Entwurf zum Krankenhauspflege-Entlastungsgesetz soll das Finanzministerium Mitspracherecht bei der Personalbemessung in der Pflege bekommen. Der Bundesverband Pflegemanagement hat dazu eine Stellungnahme veröffentlich. Bislang sei es wichtig gewesen, die Gesundheitsversorgung eben nicht nach Kassenlage der Krankenkassen zu richten. Aufgrund der finanziellen Notlage der Krankenversicherung läge es aber auf der Hand, dass Finanzminister Christian Lindner ein Mitspracherecht im Gesundheitssystem eingeräumt wird. Doch die Sorge ist, dass bei der Verteilung von Geldern wieder das Pflegepersonal benachteiligt wird. Lindner könnte in Zukunft über den Pflegebedarf von Patient:innen, die Anzahl der benötigten Pflegefachkräfte und die Zusammensetzung des Personals je nach beruflicher Qualifikation mitbestimmen. In der Stellungnahme heißt es, man sehe es kritisch, dass dem Finanzminister diese Kompetenzen zugeschrieben werden während die Politik es nicht schafft, Expert:innen aus der Pflege einzubinden. Peter Bechtel, Vorstandsvorsitzender vom Bundesverband Pflegemanagement findet dazu klare Worte und sagt: „Ein weiteres Mal steht nun also zu befürchten, dass Entscheidungen am runden Tisch ohne Beteiligung der Betroffenen getroffen werden.“

Quelle:bv-pflegemanagement.de
Quelle: bibliomed-pflege.de

3. Erster Professor für Intensivpflege in Deutschland

An der Hochschule München wird zum 1. Oktober zum ersten Mal an einer staatlichen Hochschule in Deutschland eine Professur für Klinische Notfallversorgung und Intensivpflege besetzt. Tilmann Müller-Wolf wird diese Stelle einnehmen. Er selbst habe mehrere Aus- und Weiterbildungen im Bereich Pflege absolviert und sich zusätzlich akademisch weiterqualifiziert. Außerdem veröffentlicht er regelmäßig Arbeiten zum Thema Intensivpflege, unterrichtet an Universitäten im In- und Ausland und wird deutschlandweit geschätzt für sein Engagement im Bereich der Akademisierung der Pflege.

Quelle:bibliomed-pflege.de

4. Neue Strategien im Kampf gegen den Fachkräftemangel

Letzten Mittwoch hat die Bundesregierung auf einem Fachkräftegipfel ihren Entwurf für eine neue Fachkräftestrategie vorgestellt. Dies könnte, neben anderen Berufsgruppen, auch Pflegefachkräfte in Zukunft betreffen. Die fünf Kernaussagen des Entwurfes beziehen sich auf Aus- und Weiterbildung, Erwerbsbeteiligung, Arbeitsqualität und Einwanderung von Fachkräften aus dem Ausland. Bundesarbeitsminister Heil erklärt, dass durch ein Qualifizierungsgeld und die Bildungszeit Weiterbildungen gestärkt, und eine Ausbildungsgarantie geschaffen werden soll. Außerdem wolle man noch in diesem Jahr die Modernisierung des Einwanderungsgesetztes auf den Weg bringen. Hierbei sollen vor allem bürokratische Hürden aus dem Weg geschafft werden, um es ausländischen Fachkräften zu erleichtern, in Deutschland Fuß zu fassen. Im Vorfeld des Treffens hatte Verdi mehr Personal und bessere Bedingungen im Gesundheits- und Altenpflegebereich gefordert. Nur durch mehr Personal und bundesweiter Tarifbindung lasse sich der Fachkräftemangel eindämmen. Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste äußerte sich nach dem Gipfel eher kritisch. Die Regierung erzähle nichts neues und solle endlich mit der Umsetzung ihrer Pläne beginnen.

Quelle: verdi.de
Quelle:krankenkassen.de
Quelle: bibliomed-pflege.de

5. Nach 2 Jahren Pause wieder da: Pflegemesse in Düsseldorf

Vom 14. bis zum 17. September, also bis diese Woche Samstag, findet die Pflegemesse Rehacare in Düsseldorf statt. Dort werden internationale Produkte für die Pflege vorgestellt, innovative Lösungen für Menschen mit Behinderungen präsentiert und Vorträge gehalten. 

Quelle: rehacare.de
Quelle:krankenkassen.de

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