1. Rauchen und trinken für die Krankenversicherung 

Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, hat dem Ärzteblatt ein Interview zum Thema Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung, kurz GKV, gegeben. Hintergrund hierfür war das Milliardendefizit der GKV und dem daraus resultierenden GKV-Finanzstabilisierungsgesetz. Reinhardt stimmt der Bundesregierung zwar zu, dass vor allem die Pandemie und höhere Energiekosten die Gründe für das Defizit sind. Dennoch gäbe es auch strukturelle Ursachen, die es gilt, anzupacken. Er erläutert, dass unter anderem der demographische Wandel und neue teurere Therapien langfristigen finanziellen Druck auf die Kassen ausüben. Daher müsse man jetzt Maßnahmen ergreifen. Ginge es nach ihm, sollte die Alkohol- und Tabaksteuer teilweise zur Finanzierung der GKV genutzt werden. Da Folgeerkrankungen von Tabak- und Alkoholkonsum massive Kosten verursachen, wäre dies auch angemessen. Außerdem schlägt er vor, die Mehrwertsteuer auf Arzneimittel zu senken sowie Gesundheitskosten von Hartz-4-Empfänger:innen besser abzudecken.

Quelle: zeit.de
Quelle: aerzteblatt.de

2. Machen uns zu viele News krank?

Die Texas Tech University hat eine Studie veröffentlicht, in welcher der Zusammenhang zwischen Nachrichtenkonsum und mentaler Gesundheit untersucht wurde. Wer kennt das nicht, man sitzt am Handy und scrollt die aktuellen News durch, eine Katastrophe jagt die andere, von Klimawandel über Krieg bis hin zum Pflegepersonalmangel. Da kann es einem schonmal schwerfallen, positiv zu bleiben. Die aktuelle Studie kam zu dem Ergebnis, dass zwanghafter Nachrichtenkonsum wohl mit körperlichen Beschwerden und psychischen Problemen einhergeht. Ob tatsächlich eine Kausalität besteht, also ob die gesundheitlichen Probleme die direkte Folge von Nachrichtenkonsum sind, muss allerdings noch genauer untersucht werden. Die Forschenden weisen dennoch darauf hin, dass es nicht schaden kann den Newskonsum auf eine halbe Stunde am Tag zu beschränken.

Quelle (1):krankenkasse.de
Quelle (2): krankenkasse.de

3. Projekt zur Stärkung von Pflegeeinrichtungen

Der Verband der Ersatzkassen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland hat gemeinsam mit der Dienstleistung, Innovation, Pflegeforschung GmbH das Projekt „Resi Saluto – Resilienz und Gewaltprävention in Pflegeeinrichtungen“ entwickelt. Noch bis zum 30. September können sich Langzeit-Pflegeeinrichtungen um eine Teilnahme bewerben. Ziel ist es das gesundheitsbezogene Wohlbefinden der Bewohner:innen zu stärken. Ein starker Fokus liegt hierbei auf den Bedürfnissen des Individuums welche häufig in den routinierten Abläufen der Einrichtungen untergehen. Durch präventive Maßnahmen soll die psychosoziale Gesundheit der Bewohner:innen gefördert, und Gewalt reduziert werden. Das Personal vor Ort wird entsprechend mit Schulungsmaterialien, Workshops und virtuellen Angeboten ausgestattet. Außerdem werden die Forschungsprojekte individuell an die Einrichtungen angepasst und eine Teilnahme ist kostenlos.

Quelle:springerpflege.de

4. Finanzielle Hilfe für Pflegebedürftige gefordert

Die derzeitige Inflation in Deutschland ist in aller Munde und betrifft im Grunde jeden. Nun melden sich Patientenschützer diesbezüglich zu Wort. Denn auch Pflege wird immer teurer, unter anderem durch höhere Energie- und Materialkosten. Experten schätzen den Kostenanstieg auf 15% bis Ende des Jahres. Und die Leidtragenden sind die pflegebedürftigen Menschen. Laut der Deutschen Stiftung Patientenschutz drohen immer mehr Pflegebedürftige in die Sozialhilfe abzurutschen. Momentan seien schon etwa 40% der Menschen in stationärer Pflege auf Sozialhilfe angewiesen. Die Stiftung plädiert für einen sofortigen Inflationsausgleich aller Leistungen der Pflegeversicherung und eine Einmalzahlung von 1000 Euro an alle Pflegebedürftigen. Daniela Behrens, Gesundheitsministerin von Niedersachsen fordert, dass die Betroffenen umgehend geschützt werden müssen. Ihr Vorschlag ist, Leistungszuschläge zum Eigenanteil der Pflegebedürftigen zu erhöhen, ebenso wie die von den Pflegekassen gezahlten Gelder für Pflegeleistungen. Zusätzlich macht sich Niedersachsen für eine Pflegereform stark und will, dass die Eigenanteile deutlich stärker begrenzt werden sollen.

Quelle:aerzteblatt.de
Quelle: ka-news.de
Quelle: krankenkassen.de

5. Erhöhtes Burnout Risiko in der Pflege

Eine aktuelle Auswertung der Arbeitsunfähigkeitsdaten von AOK-Versicherten kam zu einem traurigen, und dennoch offensichtlichen Ergebnis: Menschen in Pflegeberufen waren 2021 fast doppelt so häufig von psychischen Erkrankungen im Zusammenhang mit Burnout betroffen wie andere. Außerdem ist der Anteil seit 2012 um mehr als 15% gestiegen. Was bundesweit schon längst bekannt ist, wurde dadurch nochmals wissenschaftlich bestätigt: die Arbeitsbedingungen in der Pflege müssen endlich nachhaltig verbessert werden.

Quelle: aok-bv.de

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