1. Offizieller Start der E-Rezepte

Seit dem 01. September hat, nach langer Testphase, die offizielle und flächendeckende Einführung des E-Rezeptes begonnen. Den Anfang machten Arzt-, und Zahnarztpraxen sowie Krankenhäuser in den Regionen Westfalen-Lippe und Schleswig-Holstein. Doch auch andere Regionen können bereits mit der Umsetzung beginnen, um Erfahrungen vor dem offiziellen Start zu sammeln. Laut der Hersteller der Apothekenwarenwirtschaftssysteme sind alle Apotheken bereits mit den neuen technischen Funktionen ausgestattet. Die Rezepte können bisher mit der E-Rezept-App oder einem Papierausdruck mit Zugangscode eingelöst werden. Seit dem 30.08. steht fest, dass bald auch die elektronische Gesundheitskarte zum Einlösen benutzt werden kann. Laut der Gematik sind die größten Vorteile, dass Rezepte nun papierlos funktionieren und man ein Folgerezept einfach über die App bekommt. Auch Videosprechstunden werden dadurch erleichtert. 

Quelle: gematik.de/e-rezept
Quelle: gematik.de/einführung

2. Mehr Bezahlung in der Altenpflege

Seit dem 01. September sind Pflegeheime und ambulante Pflegedienste dazu verpflichtet, ihre Mitarbeitenden nach Tarif zu bezahlen. Die betroffenen Einrichtungen müssen also entweder selbst tarifgebunden sein, oder nach den Pflege-Tarifverträgen der jeweiligen Region bezahlen. Das Bundesgesundheitsministerium schätzt, dass sich die Gehälter dadurch um bis zu 30% erhöhen, je nach Bundesland und Einrichtung. Bundesgesundheitsminister Lauterbach sagt, dies sei ein später Dank an alle Pflegekräfte und ein gutes Zeichen für alle, die den Beruf noch ergreifen wollen. Mitunter ein Grund für die neue Tarifregelung waren die Gehälterunterscheide zwischen Altenpflege und Gesundheits- und Krankenpflege. Im Schnitt erhielten Beschäftigte in der Altenpflege im Monat 700 Euro weniger als die Kolleg:innen in der Gesundheits- und Krankenpflege. Eigentlich soll die Refinanzierung der höheren Löhne über die Pflegekassen geregelt werden. Doch laut dem Deutschen Pflegerat e.V. funktioniert dies bisher nicht ohne Probleme. Anfallende Kosten würden häufig noch von den Pflegebedürftigen getragen und eben nicht von den Kassen. Präsidentin Christine Vogler fordert, dass endlich darüber nachgedacht wird, wie Pflege in der Zukunft sozial gerecht finanziert wird.

Quelle: bibliomedmanager.de
Quelle: bundesgesundheitsministerium.de
Quelle: deutscher-pflegerat.de

3. Vergammelte Milch als Geschäftsidee?

Eine kuriose Innovation aus Uganda machte letzte Woche Schlagzeilen. In dem ostafrikanischen Land sind Mücken, welche Malaria übertragen, und verdorbene Milch gängige Probleme für die Gesellschaft. Eine junge Frau aus der Hauptstadt Kampala hat jetzt für beides eine Lösung gefunden: Mückenschutzcreme auf der Basis saurer Milch. Laut der Weltgesundheitsorganisation erkranken jährlich über 14 Millionen Ugander an Malaria. Und laut der Entwicklungsbehörde für Milchprodukte wird nur ein Drittel der in Uganda produzierten Milch konsumiert. Das liegt vor allen an den mangelnden Ressourcen für die Kühlung der Milch, wie etwa Elektrizität. Die Studentin Jovia Kisaakye hat gemeinsam mit zwei Wissenschaftlern an ihrer Idee geforscht und schließlich das Unternehmen „Sparkle Agro Brand“ gegründet. Die Firma kauft kleineren Molkereien saure Milch ab und benutzt diese dann als Basis für die Mückenschutzlotion. Kisaayke schlägt also gleich drei Fliegen mit einer Klappe: Kleinbauern können ihre Verluste kompensieren, Verbraucher bekommen günstige Mückenschutzcreme und Lebensmittelverschwendung wird entgegengewirkt. 

Quelle: krankenkassen.de

4. Gesundheitskioske sollen bundesweit eingeführt werden

Karl Lauterbach hat die Eckpunkte einer Gesetztesinitiative zum Thema Gesundheitskioske vorgestellt. Entsprechende gesetzliche Regelungen sollen zeitnah folgen. Gesundheitskioske sind seit längerem ein Thema in der Politik, wie wir schon letzten Monat berichteten. Sie sollen vor allem Menschen in sozial benachteiligten Regionen zugutekommen und Präventions- und Beratungsangebote darstellen. Laut der Gesetztesinitiative wird das Personal in den Kiosken hauptsächlich aus examinierten Pflegekräften und Community Health Nurses bestehen. Ihre Aufgaben sind zum Beispiel die Vermittlung von verschiedenen Leistungen im Gesundheitssystem, Menschen bezüglich ihres medizinischen und sozialen Bedarfs zu beraten, und pflegerische Tätigkeiten wie etwa Blutdruck messen auszuüben. Die Finanzierung soll zwischen den Kommunen und den gesetzlichen und privaten Krankenkassen aufgeteilt werden. Lauterbach’s Ziel ist es, 1000 Gesundheitskioske bundesweit aufzubauen. Der Deutsche Pflegerat hat bereits Kritik geäußert und bezweifelt, dass es ausreichend Personal gibt, um die neue Idee umzusetzen. 

Quelle: deutscher-pflegerat.de
Quelle: pflegekammer-rlp.de
Quelle: bundesgesundheitsministerium.de
Quelle: springerpflege.de

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