1. Marburger Bund befragt Ärzteschaft: mehr Teilzeit, zu wenig Digitalisierung

Der Marburger Bund hat eine Umfrage vorgelegt zum Thema Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen. Knapp 8.500 Ärztinnen und Ärzte aus verschiedenen Bereichen wurden zu unterschiedlichen Themen befragt. Zum einen hat die Umfrage festgestellt, dass immer mehr Ärztinnen und Ärzte in Teilzeit arbeiten, nämlich 31% der Befragten. Im Gegensatz zu 2019 ist das eine Steigerung von rund 5%. Der Marburger Bund schließt daraus, dass das Personal zunehmend unzufriedener mit den normalen Arbeitszeiten ist. Außerdem gaben 25% der Befragten an, über einen Berufswechsel nachzudenken. Grund hierfür seien Überstunden, 24-Stunden-Dienste und wirtschaftlicher Druck von oben. Des Weiteren hat die Umfrage ergeben, dass zu viel Arbeitszeit durch administrative Tätigkeiten verloren geht. 32% der Befragten schätzten den Zeitaufwand für Verwaltungsaufgaben auf mindestens 4 Stunden pro Tag. Zuletzt wurde in der Studie noch das Thema Digitalisierung aufgegriffen. Ärztinnen und Ärzte wurden gefragt, wie zufrieden sie mit der IT-Ausstattung sind. Rund 66% gaben an, eher unzufrieden oder unzufrieden zu sein. 

Quelle: aerzteblatt.de
Quelle: marburger-bund.de

2. Affenpocken: Diskriminierung durch Namen von Krankheiten

Seit einiger Zeit verbreiten sich die sogenannten Affenpocken auf der ganzen Welt. Jetzt wurde aus Brasilien gemeldet, dass dort tatsächlich Affen mit Steinen und Gift angegriffen wurden. Einige Menschen hatten wohl gedacht, dass von ihnen direkte Ansteckungsgefahr ausgeht, und wollten diese ausschalten. Ähnliches ist zu Beginn der Corona Pandemie gehäuft vorgekommen. Vielerorts wurden asiatische Menschen ausgegrenzt und diskriminiert, weil bekannt war, dass das Virus aus China kommt. Und auch während der Schweinegrippe hatte es vermehrt unnötiges Schlachten der Tiere gegeben aus Panik vor dem Virus. Die WHO greift dieses Thema auf und weist auf Stigmatisierung im Zusammenhang mit Krankheitsnamen hin. Sie hatte letzte Woche einem Aufruf gefolgt, in welchem Virologinnen und Virologen die neuen Namen der Affenpocken-Untergruppen kritisierten. Diese lauteten zunächst Westafrika- oder Kongobecken-Gruppen. Solche Namen würden zu Diskriminierung führen und dazu, dass die Orte, nach denen die Krankheiten benannt sind, Nachteile erfahren. Die neuen Namen der Untergruppen sind nun schlicht und einfach römisch eins und römisch zwei. 

Quelle: krankenkassen.de

3. Hitzewelle stößt Maßnahmen an

Immer noch, beziehungsweise schon wieder, plagt die Hitzewelle Deutschland. In Thüringen fordern nun die Ärzteschaft und die Krankenkassen gezieltere Maßnahmen bezüglich Gesundheitsschäden infolge von Hitze. Diese sollen auch grundsätzlichen Klimaschutz im Gesundheitswesen beinhalten. In diesem Zuge spricht sich die Präsidentin der Landesärztekammer für eine konkrete Anlaufstelle aus. Sie sagt, dies sei klar Aufgabe des Gesundheitsministeriums. Einige Tage zuvor hatte Bundesgesundheitsministerin Steffi Lemke bereits ein Gesetzentwurf zum Thema Hitze vorgestellt: Städte und Kommunen sollen dazu verpflichtet werden, Trinkwasserbrunnen aufzustellen. Man wolle Trinkwasser so einfach wie möglich zugänglich machen und so grundlegende Maßnahmen zum Thema Hitzeschutz schaffen. Der Vorschlag unterliegt EU-Richtlinien zur Trinkwasserreform von 2020.

Quelle: zeit.de
Quelle: tagesschau.de

4. Verhandlungsbeginn für Betrug in Corona-Testzentren

Am Montag haben die Verhandlungen in einem Betrugsfall in Corona-Testzentren begonnen. In Berlin hatten zwei Geschwister im Zeitraum von Mai 2021 bis Februar 2022 Geld kassiert für Corona-Tests, die nie gemacht worden sind. Insgesamt sollen die beiden so 12,2 Millionen Euro erschwindelt haben. Dies ist kein Einzelfall. Solche Betrugsfälle haben sich in Zeiten der Pandemie häufiger abgespielt, wodurch die Vorgaben strenger geworden sind und mehr Stichprobenprüfungen eingeführt wurden. In Bochum zum Beispiel wurde ein Unternehmer zu sechs Jahren Haft verurteilt, weil er durch nie durchgeführte Corona-Tests Profite machte. Allein durch diesen Fall entstand eine Schadenssumme von 24,5 Millionen Euro. 

Quelle: krankenkassen.de

5. Bund sichert Liquidität der Sozialen Pflegeversicherung

Die Soziale Pflegeversicherung hatte das letzte Jahr mit einem Defizit von 1,35 Milliarden Euro abgeschlossen. Im ersten Halbjahr von 2022 war es bereits ein Defizit von 1,95 Milliarden Euro. Gründe hierfür sind vor allem pandemiebedingte Ausgaben wie zum Beispiel für den Schutz von Pflegebedürftigen sowie Pflegepersonal und pflegenden Angehörigen. Nun hat der Bund Maßnahmen ergriffen, um die Liquidität der Sozialen Pflegeversicherung sicherzustellen. Kurz zur Erklärung: in der Wirtschaft bedeutet Liquidität die Fähigkeit, Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Ein Darlehen von rund einer Milliarde Euro hat die Pflegeversicherung nun vom Bundesamt für Soziale Sicherung erhalten. Außerdem teilt das Gesundheitsministerium mit, man wolle an langfristigen Lösungen arbeiten, um die Finanzen der Pflegeversicherung zu sichern. 

Quelle: bundesgesundheitsministerium.de
Quelle: springerpflege.de

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