1. Apotheken sind „E-Rezepte-ready“, Start ab 1. September 

Wir starten heute mit einem Thema, über welches wir letzte Woche schon einmal berichtet haben. Nachdem in der Testphase über 30.000 E-Rezepte von den Kassen abgerechnet wurden, gibt es nun eine weitere erfreuliche Nachricht: wie die Gematik berichtete, sind mittlerweile 90 % der Apotheken in Deutschland technisch so ausgestattet, dass sie E-Rezepte annehmen und verarbeiten können. 7.773 Apotheken wurden demnach als „E-Rezept-ready“ eingestuft und können ihren Kunden die neue Funktion anbieten. Ab dem 1. September soll das neue Rezept dann endlich flächendeckend eingeführt werden. Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände wirbt dafür, die verbleibende Zeit noch zu nutzen. Dazu gehört auch, das Rezept in Zusammenarbeit mit den ärztlichen Praxen zu testen sowie das Personals ausreichend zu schulen. Mit den Worten des CEOs der Gematik: „Dann steht einem reibungslosen Start nichts entgegen.“

Quelle: www.gematik.de

2. Mehr Handlungsfreiraum für die Pflege in der häuslichen Versorgung!

Wie der Gemeinsame Bundesausschuss letzte Woche berichtete, sollen Pflegefachkräfte in Zukunft mehr Verantwortung in der häuslichen Krankenpflege tragen. Die Hoffnung ist, dass damit der Pflegeberuf attraktiver gemacht werden kann. Die sogenannte Häusliche Krankenpflege-Richtlinie, kurz HKP-RL, wird hierfür angepasst. In dieser ist unter anderem festgelegt, welche pflegerischen Maßnahmen einer ärztlichen Verordnung unterliegen. Was soll sich also jetzt ändern? Bei bestimmten Maßnahmen, wie zum Beispiel bei der Stomabehandlung oder Wundversorgung, können Pflegefachkräfte zukünftig eigenständig entscheiden und müssen nicht erst eine ärztliche Anweisung abwarten. Der Handlungsspielraum bezieht sich wohl vor allem auf die Häufigkeit und Dauer von bestimmten Maßnahmen. Krankenkassen und Pflegeverbände müssen sich jedoch noch auf die jeweiligen Qualifikationen der Pflegekräfte einigen. Der Gemeinsame Bundesausschuss geht bisher davon aus, dass die Änderungen nur Pflegepersonal mit einer 3-jährigen Ausbildung betreffen.

Quelle: www.g-ba.de
Quelle: www.aerzteblatt.de

3. Pflege-all-inclusive auf Teneriffa

Ein Pflegedienst aus Gelsenkirchen greift zu alternativen Behandlungs-, beziehungsweise Betreuungsmaßnahmen. Die „Ambulante Pflegedienste GmbH“ hatte Anfang des Jahres einfach mal ein 3-Sterne-Hotel auf Teneriffa gekauft. Ziemlich lässig finden wir. Diesen Samstag sollen zum ersten Mal sechs Patienten mit zwei Pflegekräften auf die Insel fliegen und bei Museumsbesuchen, Kulturveranstaltungen und am Strand entspannen. Außerdem ist geplant, dass Auszubildene zwei- bis drei-mal pro Jahr in das Hotel fliegen können, um sich auf ihre Abschlussprüfungen vorzubereiten. Der Geschäftsführer des Pflegedienstes äußerte sich gegenüber dem WDR dazu. Ihm zufolge wolle er damit den Patienten nicht nur „satt und sauber“ bieten, sondern auch eine gesteigerte Lebensqualität. Das barrierefreie Hotel heißt neben Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen auch normale Touristen willkommen.

Quelle: www1.wdr.de

4. Keine Besserung in Sicht: viele Kliniken melden Personalausfälle

Wie wir alle mittlerweile wissen, hat das deutsche Gesundheitssystem mit so einigen Problemen zu kämpfen. Im Zuge der Corona-Pandemie, hat besonders der Fachkräftemangel in Kliniken deutschlandweites Aufsehen erregt. Diesbezüglich meldet jetzt die Deutsche Krankenhausgesellschaft, kurz DKG, erneut besorgniserregende Nachrichten. Aus allen Bundesländern wird berichtet, dass es zu Schließungen von ganzen Stationen und Abteilungen in Kliniken kommt. Laut der DKG infizieren sich in der diesjährigen Sommerwelle auch viele Mitarbeiter mit Corona und können nicht arbeiten. Dadurch werden die Arbeitsbelastungen für die noch arbeitenden Kollegen erschwert und es kommt zu einer Kettenreaktion. Denn es ist sehr schwer Ausfälle zu kompensieren ohne Aussicht auf Erholung. Es werden zwar schon Maßnahmen ergriffen, wie zum Beispiel die Verschiebung von planbaren Eingriffen, die Versorgung bleibe aber schwierig. Auch die momentane Energiekrise, die Inflation und die bevorstehende Corona-Herbstwelle belasten die Situation zusätzlich. Bislang lehnt Henriette Neumeyer von der DKG ab, dass infizierte Mitarbeiter trotzdem arbeiten sollen. Sie sagt, der Schutz der Mitarbeiter und Patienten stünde hier ganz klar im Vordergrund. In Baden-Württemberg hingegen ist dies nun der Fall: in besonderen Situationen soll das Personal auch mit Corona-Infektion eingesetzt werden können. Die Regelung ist ab dem 25. Juli in Kraft getreten und trifft nicht überall auf Zuspruch.

Quelle: www.pflegekammer-rlp.de
Quelle: www.mdr.de
Quelle: www.suedkurier.de

5. Pflegebonus noch bis zum 31. Juli beantragen!

Zuletzt noch ein wichtiger Hinweis an alle Beschäftigten und Arbeitgeber in der Pflege: noch bis zum 31. Juli können die Corona-Pflegeboni den Pflegekassen gemeldet werden. Das geht aus dem Sozialgesetzbuch Paragraf 150a hervor, welcher die Anerkennung von besonderen Leistungen während der Pandemie regelt. Pflegeeinrichtungen und Arbeitgeber werden demnach ausgezahlte Corona-Boni von der sozialen Pflegeversicherung zurückerstattet bekommen. Alle Boni, die noch bis zum 31. Juli gemeldet werden, sollen dann bis zum spätestens 30. September an die Einrichtungen zurückgezahlt werden.

Quelle: www.sozialgesetzbuch-sgb.de

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