1. Hitzewellen wirken sich auf pflegerische Versorgung aus

Der Sommer ist da und damit stehen auch die Hitzewellen in Deutschland vor der Tür. Auch wenn die Wärme nett sein kann, so wirken sich extreme Hitzewellen auf die Gesundheit und auch auf die Pflege aus. Die Landeskammer Rheinland-Pfalz wies jetzt auf den Zusammenhang zwischen Klimawandel und Pflege hin. Der Präsident der Kammer, Dr. Markus Mai, sagte: „Insbesondere während der noch andauernden Coronapandemie, in der das Pflegepersonal mit Schutzausrüstung arbeitet, wird die Belastung durch steigende Hitze enorm sein. Zum Schutz der Pflegebedürftigen und des Pflegepersonals ist dringend erforderlich, dass geeignete Hitzemaßnahmen in allen Einrichtungen und Krankenhäusern konsequent durchgesetzt werden“. Er erklärte, dass vom Bund und den Bundesländern die Kammern zielgerichtete Investitionen für umfassende Gebäudesanierungen mit entsprechender Technik fördern würden. Und das nicht nur für die Krankenhäuser, sondern für alle Orte, an denen pflegebedürftige Menschen in Institutionen wie in Altenheimen versorgt werden. Dabei dürften die erforderlichen Klimainvestitionskosten nicht nur den Pflegeempfängern angelastet werden. Derzeit hätten die Krankenhäuser jedoch nur eine Investitionsfinanzierung, die bei weitem nicht ausreichen würde. Dr. Mai betonte: „Eine staatliche Investitionskostenfinanzierung in Altenheimen erfolgt faktisch gar nicht! Die Landespflegekammer Rheinland-Pfalz wird dementsprechend auch künftig Strategien mitentwickeln, um wetterbedingten Gesundheitsrisiken für Pflegefachpersonen entgegenwirken zu können.“

Quelle: www.pflegekammer-rlp.de

2. Umfrage: Wie kann digitale Weiterbildung in der Altenpflege Nutzen stiften?

Wie kann digitale Weiterbildung in der Pflege aussehen? Diese Frage untersucht aktuell das Institut Arbeit und Technik sowie die Westfälische Hochschule Gelsenkirchen in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Freiburg. Mit einer Online-Umfrage wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler herausfinden, unter welchen Bedingungen digital gestütztes Lernen in der Weiterbildung der Altenpflege derzeit umgesetzt wird und welche Erwartungen Pflegende an digital unterstützte Lernprozesse haben. Die Online-Befragung richtet sich an beruflich Pflegende und Betreuungskräfte. An der Umfrage könnt ihr bis zum 26.06. noch teilnehmen. Zur Umfrage!

Quelle: www.iat.eu

3. Entlastung der Pflegekräfte: Landesregierung legt Vorschlag zur Änderung des Hochschulgesetzes vor

In NRW streiken viele Pflegekräfte an den Universitätskliniken. Landeskabinett NRW hat nun dazu eine Formulierungshilfe zur Änderung des Hochschulgesetzes beschlossen und stellt diese den Fraktionen des Landtags zur weiteren parlamentarischen Beratung zur Verfügung. Die Gesetzesänderung ist notwendig, um den sechs Universitätskliniken den Austritt aus dem Arbeitgeberverband des Landes Nordrhein-Westfalen (kurz: AdL NRW) zu ermöglichen, damit sie eigenständige Tarifverhandlungen führen können. Seit Mitte Mai sind die Universitätskliniken bereits mit der Gewerkschaft ver.di in Gesprächen zur Entlastung der Pflegebeschäftigten. Nach der ablehnenden Entscheidung der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) vom 2. Mai 2022 über einen entsprechenden Antrag des Landes Nordrhein-Westfalen ist ihnen die Aufnahme von Tarifverhandlungen im Rahmen einer Mitgliedschaft im AdL NRW verwehrt. Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen sagt: „Es ist unser erklärtes Ziel, Tarifverhandlungen für eine wirksame Entlastung der Fach- und Pflegebeschäftigten an den Universitätskliniken zu ermöglichen. Da die TdL eigene Verhandlungen ablehnt, ist der Austritt der Kliniken aus dem Arbeitgeberverband hierfür die einzige Option.“

Quelle: www.mags.nrw

4. Auf deutschen Intensivstationen fehlen bis zu 50.000 Pflegekräfte 

Bundesweit fehlen bis zu 50.000 Vollzeitkräfte in der Intensivpflege der Krankenhäuser. Eine einfache Lösung des Problems sei nicht in Sicht. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue, von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Studie des Gesundheitssystemforschers Prof. Dr. Michael Simon. So gab es in den deutschen Krankenhäusern 2020 knapp 28.000 Intensivbetten, von denen durchschnittlich circa 21.000 belegt waren. Die Zahl der Pflegekräfte in diesem Bereich entsprach etwa 28.000 Vollzeitäquivalenten. Unter Fachleuten und in der medialen Berichterstattung hält sich die Einschätzung, dass bundesweit ungefähr 3000 bis 4000 Pflegefachkräfte in Vollzeit fehlen. Die Hans-Böckler-Stiftung ordnet die Ergebnisse ein und schreibt: „Diese Zahlen sind allerdings abgeleitet von den Stellenplänen der Krankenhäuser, die wiederum von der wirtschaftlichen Situation abhängen. Ein Krankenhaus, das gezwungen ist, Kosten zu sparen, kürzt den Stellenplan. Das wahre Ausmaß des Personalmangels wird dadurch gar nicht sichtbar. Folgt man nicht nur wirtschaftlichen Kriterien bei der Berechnung, gehe die Unterbesetzung weit über die bisher diskutierte Zahl hinaus.“

Der Deutsche Pflegerat fordert in diesem Zuge: „Wir brauchen eine bundeseinheitliche Personalbemessung für die Intensiv- und Normalstationen unserer Krankenhäuser.“ Sie weisen auf das PPR 2.0, also das neue mögliche Pflegepersonalbedarfsbemessungsinstrument, hin.

Quelle: www.boeckler.de
Quelle: www.deutscher-pflegerat.de

5. Sebastian Zilch wechselt als Gematik-Verantwortlicher ins BMG

Der Geschäftsführer des Bundesverbandes Gesundheits IT (kurz bvitg), Sebastian Zilch, wechselt als Gematik-Verantwortlicher ins Bundesministerium für Gesundheit. Wir wünschen ihm viel Erfolg beim Vorantreiben des Digitalisierungsprozesses im Gesundheitswesen.

Quelle: www.bibliomedmanager.de

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