1. Neue Studie: Mindestens 300.000 zusätzliche Pflegekräfte durch Wiedereinstieg in Beruf oder aufgestockte Arbeitszeit möglich

Deutschland braucht Pflegekräfte. 300.000 Menschen wären zusätzlich verfügbar, wenn sie ihren gelernten Pflegeberuf wieder aufnehmen würden oder von Teilzeit auf Vollzeit aufstocken würden. Das zeigt nun eine neue Studie der Arbeitnehmerkammer Bremen. In der bundesweiten Befragung stand die Frage im Mittelpunkt, unter welchen Bedingungen bereits ausgebildete, aber „ausgestiegene“ Pflegekräfte in ihren Beruf zurückkehren, beziehungsweise Teilzeit-Pflegekräfte ihre Arbeitszeit erhöhen würden. Das erstaunliche Ergebnis: Die Hälfte der Teilzeitbeschäftigten und sogar 60 Prozent der Ausgestiegenen können sich eine Rückkehr in den Beruf bzw. ein Aufstocken der Stunden vorstellen – voraussichtlich die Arbeitsbedingungen ändern sich. Als stärkste Motivation nennen die Befragten eine Personaldecke, die sich tatsächlich am Bedarf der pflegebedürftigen Menschen ausrichtet. Außerdem wünschen sich Pflegekräfte eine bessere Bezahlung und verlässliche Arbeitszeiten. Mehr Zeit für menschliche Zuwendung zu haben, nicht unterbesetzt arbeiten zu müssen und verbindliche Dienstpläne sind für die Befragten weitere zentrale Bedingungen. Ebenso wünschen sie sich respektvolle Vorgesetzte, einen kollegialen Umgang mit allen Berufsgruppen, mehr Augenhöhe gegenüber den Ärztinnen und Ärzten, eine vereinfachte Dokumentation und eine bessere Vergütung von Fort- und Weiterbildungen.

Die Studie unter dem Titel: „Ich pflege wieder, wenn..“ finden Sie hier:
Zur Studie

Quelle: www.arbeitnehmerkammer.de

2. Willkommensgeld NRW

Um Pflegekräfte aus dem Ausland zu gewinnen, zahlt das Land NRW nun ordentlich Geld. 3000 Euro Willkommensgeld erhält eine ausländische Pflegekraft, wenn sie in Nordrhein-Westfalen einen Anstellungsvertrag in einem Krankenhaus unterschreibt. Das Land will damit einen attraktiven Anreiz schaffen, um ausländische Fachkräfte für NRW zu rekrutieren. Explizit wird darauf hin gewiesen, dass das Geld nur gezahlt wird, wenn der Abschluss einer Pflegekraft im nicht europäischen Ausland erworben wurde. Insgesamt können laut Ministeriumsangaben 2.500 Personen mit dem Geld unterstützt werden. Dafür stünden bis zu 7,5 Mio. Euro aus EU-Mitteln zur Verfügung.

Quelle: www.lgh.nrw

3. Akademisierung der Pflege fest etablieren

Pflegeleitung studieren – Das geht ab sofort in dem neu geschaffenen Studiengang der Ernst-Abbe-Hochschule Jena in Kooperation mit dem Universitätsklinikum in Leipzig. Mit diesem Angebot möchte das UKL seine Führungskräfte in der Pflege noch besser auf die wachsenden beruflichen Herausforderungen vorbereiten. Das Wissen und die benötigten Kompetenzen sollen durch eine akademische Qualifizierung weiterentwickelt werden. Der Studiengang wird berufsbegleitend angeboten. Der medizinische Vorstand des Leipziger Universitätsklinikums, Prof. Christoph Josten sagt dazu: "Viele komplexe Tätigkeiten in der Pflege haben mittlerweile akademischen Charakter. Mit diesem Studiengang - einem Modellprojekt, welches ganz sicher erfolgreich werden wird - geben wir unseren Mitarbeiter:innen die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln und diese neuen Fähigkeiten fruchtbringend ins UKL einzubringen.“

Quelle: www.uniklinikum-leipzig.de

4. G-BA greift durch Beschlüsse in die Berufsausübung der Profession Pflege ein 

Der Deutsche Pflegerat rügt den Gemeinsamen Bundesausschuss. Sie beklagen, dass der G-BA durch seine neuen Beschlüsse in die Berufsausübung der Profession Pflege eingreifen würde. Laut des Deutschen Pflegerats würde das Pflegeberufsgesetz durch den G-BA wiederholt ausgehebelt werden. Dieser versuche z.B. durch Richtlinien Vertiefungseinsätze für die generalistische Pflegeausbildung vorzuschreiben, so dass Pflegefachfrauen und -männer in pädiatrischen Versorgungsbereichen nicht eingesetzt werden können. Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats sagt dazu: „Der Ausschluss von Pflegefachfrauen und -männern durch Richtlinien des G-BA ist beispiellos in der gesamten Geschichte der Berufe des Pflege- und Gesundheitswesens und gefährdet die pflegerische Versorgung. Der G-BA hat die im Pflegeberufegesetz geregelten Kompetenzen, die Pflegefachfrauen und -männer zur Pflege von Kindern befähigen, zum wiederholten Mal in seinen Richtlinien nicht ausreichend berücksichtigt und stattdessen versucht, Teile der praktischen Ausbildung neu zu regeln.“

Der Deutsche Pflegerat fordert, dass der G-BA unverzüglich alle Richtlinien mit Regelungsinhalten zur Qualifikation des Pflegepersonals – auch außerhalb der Pädiatrie – rechtskonform anpasst. Dabei müsse zudem der hochschulische Abschluss nach dem Pflegeberufegesetz überall einbezogen werden.

Quelle:www.deutscher-pflegerat.de

5. Regierung will Kliniklandschaft reformieren - Neue Kommission gegründet

Mit einer neuen Kommission will die Bundesregierung grundlegende Reformen bei Deutschlands Krankenhäusern anstoßen. Gesundheitsminister Karl Lauterbach berief die "Regierungskommission für eine moderne und bedarfsgerechte Krankenhausversorgung" ein. Laut Koalitionsvertrag sollen Reformen im Klinikbereich unter anderem dazu dienen, die Krankenhäuser stärker nach Versorgungsstufen zu ordnen. Genannt sind eine Primär-, Grund-, Regel- und eine Maximalversorgung sowie Uniklinika. Die Krankenhausplanung soll an guter Erreichbarkeit der Kliniken und der demografischen Entwicklung mit einem steigenden Anteil der Älteren in Deutschland orientiert sein. Besetzt ist die Kommission mit 15 Expertinnen und Experten sowie einem Koordinator. Stellungnahmen sollen erarbeitet werden, die Reformen soll es ab 2023 geben. Lauterbach kündigte an, dass die Kommission ein Arbeitsgremium sein solle, dessen Arbeit nicht mit einem einzelnen Bericht ende. Laut Gesundheitsministerium zeigte sich vor allem auch in der Corona-Pandemie Handlungsbedarf im Kliniksektor.

Quelle: www.bundesgesundheitsministerium.de

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