1. 35-Stunden-Woche in der Pflege

Die Gewerkschaft ver.di hat für Pflegekräfte, die für die AWO Augsburg arbeiten, eine 35-Stunden-Woche verhandelt. Laut eigenen Aussagen haben sie damit eine starke Signalwirkung für die gesamte Pflegebranche und darüber hinaus erzielt. Denn nicht nur für die Pflegekräfte der AWO Augsburg kommt die 35 Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich, sondern auch für weitere Bereiche, das betrifft pädagogische Kräfte in Kindertagesstätten, Heimen und Beratungsstellen. Mit ihrem Tarifangebot zur Einführung der 35-Stunden-Woche ist die AWO Augsburg „First Mover“ in puncto Arbeitssituation in der Pflege. Mit dem Tarifabschluss wird die wöchentliche Arbeitszeit im Pflegebereich zum 01.09.2022 und zum 01.09.2023 jeweils um 2 Stunden bei vollem Lohnausgleich absenkt. Werner Weishaupt, Sprecher der Geschäftsführung der AWO Augsburg, sagt: „Wir waren uns mit der Gewerkschaft einig, nicht nur über oftmals belastende Arbeitssituationen zu sprechen, sondern auch konkrete Verbesserungen vorzunehmen. Auch dann, wenn diese mit einem gewissen wirtschaftlichen Risiko verbunden sind.“ Landesfachbereichsleiter bei ver.di Bayern, Robert Hinke, fügt dazu: „Die AWO Augsburg ist mit ihren rund 1.000 Beschäftigten gegenüber großen AWO Bezirks- und Landesverbände wie auch anderen Wohlfahrtsverbänden wie Caritas und Diakonie noch ein relativ kleiner Träger. Wir sind daher überzeugt, dass dem guten Beispiel der Augsburger AWO über kurz oder lang auch andere Träger und Verbände folgen werden.“

Quelle: www.bayern.verdi.de

2. Caritas warnt vor Einschränkungen bei ambulanten Pflegediensten

Nicht erfreut zeigt sich die Caritas und klagt über die hohen Spritpreise für ambulante Pflegedienste. Sie fordert Hilfe seitens der Politik. Die Präsidentin des deutschen Caritasverbandes, Welskop-Deffaa sagte der „Funke-Mediengruppe“, dass die Pflegedienste sich gezwungen sehen, wegen hoher Energiekosten ihre Leistungen einzuschränken. Allein bei der Caritas gebe es etwa 1.000 ambulante Pflegedienste mit mehr als 40.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, von denen die allermeisten mit dem Auto unterwegs seien. Bisher würden die spritpreisbedingten Mehrkosten nicht erstattet werden. Als Beispiel nannte sie die Sozialstation Glashütte in Sachsen, die mit ihren 19 Fahrzeugen derzeit rund 4.000 Euro mehr im Monat fürs Tanken ausgebe als im vergangenen Jahr. So ähnlich gehe es allen ambulanten Diensten. Um das auszugleichen, werde versucht, Touren zu optimieren – etwa indem man für die Pflegebedürftigen nicht mehr einkaufen fahre.

Quelle: www.wido.de

Quelle: www.deutschlandfunk.de

3. Deutscher Pflegerat fordert direkte Beteiligung an den Entscheidungen des G-BA

Der Deutsche Pflegerat fordert eine direkte Beteiligung an den Entscheidungen des Gemeinsamen Bundesauschuss. Hintergrund ist, dass der Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss im Rahmen des Innovationsfonds Fördergelder zum Forschungsthema „Neue Versorgungsformen zur Entlastung von Pflegefachkräften“ zur Verfügung stellt und auch darüber entscheidet. Doch dabei wird die Profession Pflege außen vorgelassen. Das kritisiert der Deutsche Pflegerat. Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats e.V. sagt: „Die Profession Pflege ist nach wie vor nicht stimmberechtigt im Gemeinsamen Bundesausschuss sowie in dessen Innovationsausschuss vertreten. Jetzt soll wieder einmal über unsere Köpfe hinweg entschieden werden, wie Pflege künftig pflegen soll. Das ist nicht akzeptabel.“ Der Deutsche Pflegerat fordert ein sofortiges volles Stimmrecht und einen handlungsfähigen vollwertigen Sitz im G-BA und dessen Innovationsausschuss. Es muss aufhören, dass die Pflege ständig von anderen Berufsgruppen und der Politik weggelobt wird von den Dingen und Themen, die sie direkt betreffen. Benötigt wird eine unabhängige, legislaturungebundene finanzielle und personelle Stärkung des Deutschen Pflegerats noch in diesem Jahr, heißt es in der Pressemitteilung.

Quelle: www.deutscher-pflegerat.de

4. PflegOMat macht die Landtagswahl in Schleswig-Holstein zur Pflegewahl

In Schleswig-Holstein stehen bald wieder Landtagswahlen an. Damit Interessierte auch einsehen können, was die einzelnen Parteien für die Pflege geplant haben, hat der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe seinen „PflegOMat“ aktualisiert. Dabei hat der DBfK Nordwest, den im Landtag vertretenen demokratischen Parteien Wahlprüfsteine geschickt, in denen unter anderem nach der Position zu dem vom DBfK geforderten Pflegeberufegratifikationsschein (PBGS) gefragt wird, der Pflegenden eine reduzierte Arbeitszeit ab dem 50. Lebensjahr und einen früheren Renteneintritt ermöglichen soll. Weitere Prüfsteine betreffen verbindliche Pflegepersonalvorgaben, erweiterte Kompetenzen wie z.B. Community Health Nursing (CHN) oder ein höheres Einstiegsgehalt. Der jetzt an den Start gegangene PflegOMat ermöglicht es, die Antworten einzusehen und mit dem eigenen Standpunkt abzugleichen.

Quelle: www.dbfk.de

5. Healthcare-Barometer 2022 zum Schwerpunkt Klimawandel

Eine neue Studie des Beratungsunternehmen PWC hat sich mit dem Klimawandel und dem Zusammenhang des Gesundheitswesens beschäftigt. Hier sind vier interessante Fakten der Studie:

  1. Nur 13 % der Menschen wissen, dass das Gesundheitswesen mehr zum Klimawandel beiträgt als Schifffahrt oder Flugverkehr.
  2. 55 % der Menschen rechnen mit mehr Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch häufigere Hitzewellen.
  3. Für 50 % der Bürger:innen hat das Senken des Energieverbrauchs bei der Klimawende höchste Priorität.
  4. Nur 38 % wissen, dass Krankenhäuser EU-Richtlinien zum Klimaschutz einhalten müssen.

Quelle: www.pwc.de

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