1. Kostenfreie Sprachkurse für Geflüchtete aus der Ukraine

Über den Bildungsträger Lingoda, eine kostenpflichtige Plattform um Sprachkurse zu lernen, können ukrainische Pflegekräfte und auch andere Fachkräfte ab sofort kostenfrei online Deutsch lernen. Die Deutsch- und Integrationskurse finden zweimal täglich als Online-Lerneinheit statt. Bereits 130 Geflüchtete absolvieren aktuell diese Kurse – 30 davon sind aus dem Gesundheitssektor. Der Co-Initiator und Leiter für die Qualifizierung internationaler Pflegekräfte beim Bildungsträger Lingoda, Duniel Cardenas-Rodriguez, sagt dazu: „Wir möchten schnell und unbürokratisch den Geflüchteten helfen, damit sie die deutsche Sprache erlernen, die unserer Erfahrung nach der Schlüssel in eine nachhaltige Integration hierzulande ist.“ Die Plattform plant, dass die Menschen aus der Pflege, die Deutschkurse absolvieren, anschließend auch an den Vorbereitungskursen auf die Kenntnisprüfung für ausländische Pflegefachkräfte teilnehmen. Diese ist Voraussetzung für die Anerkennung der Pflegeausbildung und wird von der Bundesagentur für Arbeit gefördert. So haben ukrainische Pflegekräfte langfristig eine berufliche Perspektive in Deutschland. Die Kontaktdaten lauten: kontakt@match-pflege.de

Quelle: www.haeusliche-pflege.net

2. Krankenhaus-Report 2022: Starker Rückgang bei Fallzahlen auch im zweiten Jahr der Pandemie

Laut einer Studie des Wissenschaftlichen Instituts der AOK sind die Krankenhausbehandlungen auch im zweiten Corona-Jahr 2021 zurückgegangen. Bei Fällen mit körperlichen Krankheiten gab es ein Minus von 14 Prozent im Vergleich zu 2019. Dies war demnach ein ähnlich hohes Minus wie bereits im ersten Corona-Jahr 2020 mit 13 Prozent. WIdO-Geschäftsführer Jürgen Klauber sagt: „Der Hauptgrund für die Einbrüche sind die hohen Infektionszahlen in der Bevölkerung, die zu deutlichen Personalengpässen in den Krankenhäusern und in der Folge zur Absage von Behandlungen und Operationen führen.“ Im Januar und Februar seien im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum 2019 Rückgänge von 22 Prozent bei körperlichen und 14 Prozent bei psychiatrischen Krankheitsfällen zu verzeichnen. Immerhin: Der Rückgang bei den Brustkrebs-Operationen hat sich 2021 mit minus 1 Prozent deutlich abgeschwächt. Im Jahr 2020 waren es minus 5 Prozent. Während bei den Darmkrebs-Operationen der Rückgang mit minus 13 Prozent gegenüber 2019 sogar noch stärker ausgeprägt war als im ersten Pandemiejahr. Außerdem wurden in den Krankenhäusern pandemiebedingt rund 18 Prozent weniger Darmspiegelungen durchgeführt.

Quelle: www.wido.de

Quelle: www.aok-bv.de

3. Ambulantisierung: Gutachten nennt 2.500 neue AOP-Leistungen

Ambulante Eingriffe könnten die Stationen in den Krankenhäusern entlasten. Jedenfalls ist das ein Ergebnis eines neuen Gutachtens des iGES-Instituts. Die Möglichkeiten für ambulante Operationen und sonstige stationsersetzende Eingriffe in Krankenhäusern sollten ExpertInnen zufolge substanziell ausgeweitet werden. Ein Gutachten empfiehlt rund 2.500 medizinische Leistungen, die zusätzlich in den Katalog für ambulantes Operieren, kurz AOP-Katalog, aufgenommen werden sollten. Damit würde sich die Anzahl der derzeit möglichen ambulanten Leistungen von Kliniken nahezu verdoppeln. Vorgesehen ist zudem ein praktikables Verfahren für Krankenhäuser, mit dem je nach individueller Behandlungssituation ein stationärer Aufenthalt begründet werden kann. Dies soll die PatientInnensicherheit erhöhen, aber auch unnötige Prüfverfahren für Kliniken verhindern.

Quelle: www.iges.com

4. Holetschek für Milde bei Verstößen gegen Pflege-Impfpflicht in Bayern

Wer in Bayern gegen die Pflege-Impfpflicht verstößt, soll nur eine milde Strafe erhalten. Das hat Bayerns Gesundheitsminister Holetschek vergangene Woche bekannt gegeben. Er sagt: „Wir werden in Bayern in Bezug auf Sanktionen großzügig verfahren und prüfen den bundesrechtlichen Bußgeldrahmen nicht auszuschöpfen, sondern nur deutlich reduziert anzuwenden. Alles andere wäre denjenigen gegenüber unfair, die seit zwei Jahren an vorderster Front gegen die Pandemie kämpfen.“ Man werde alle Spielräume ausnutzen, die das Gesetz hergebe, so Holetschek.

Quelle: www.krankenkassen.de

5. Einerseits: Enttäuschendes Signal an Beschäftigte in der Pflege: Paritätischer kritisiert Corona-Pflegebonus scharf. Andererseits: Karl Lauterbach: “Dank an Pflegekräfte für besonderen Einsatz“

Der Corona-Pflegebonus ist offiziell beschlossen. Während Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach diesem positiv gegenüber eingestellt ist und sagt: „In Zeiten knapper Kassen ist das ein wichtiges Zeichen“, sieht der Paritätische Gesamtverband dies als ein enttäuschendes Signal. Wer es jedoch ernst meine mit der Anerkennung der Leistung der Beschäftigten und wer für bessere Bezahlung sorgen will, müsse eher 5 Milliarden Euro pro Jahr in die Hand nehmen, nicht einmal 500 Millionen, so der Verband. Der Gesetzentwurf der Regierungskoalition sieht eine Milliarde Euro für Prämienzahlungen vor, von denen 500 Millionen Euro für Beschäftigte im Bereich der Langzeitpflege vorgesehen sind. Vollzeitkräfte sollen bis zu 550 Euro erhalten. Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Verbandes, sagt: „Die beabsichtigte, große politische Geste hat sich zum großen politischen Eigentor gewandelt. Statt Anerkennung zu erfahren sind viele Pflegekräfte nur noch enttäuscht. Für die große Mehrheit der Beschäftigten in der Altenpflege schrumpft der vorgesehene Pflegebonus noch einmal zusammen, weil sie in Teilzeit arbeiten.“ Das vorliegende Gesetz speise viele Beschäftigte mit knausrigen Beträgen ab oder ließe sie ganz leer ausgehen, so der Verband.

Quelle: www.der-paritaetische.de

Quelle: www.bundesgesundheitsministerium.de

6. Neuigkeiten zum „Vorfahrt für Gemeinnützigkeit – Not For Profit-Gipfel 2022“ am 1. Juli 2022

Und zum Schluss haben wir vom Paritätischen Gesamtverband noch einen Veranstaltungshinweis. Auf dem Not-For-Profit-Gipfel am 1. Juli 2022 wird darüber diskutiert, wie eine am Gemeinwohl orientierte Form der Daseinsvorsorge und des Wirtschaftens aussehen kann. Mit dabei sind u.a. Dr. Melanie Moritz-Weber vom Deutscher Mieterbund und Dr. Justin Kadi der Technische Universität in Wien. Die Veranstaltung ist kostenfrei.

Zur Veranstaltungsseite:Not-For-Profit-Gipfel

Quelle: www.der-paritaetische.de

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